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Unsolide Krebstipps im Internet können Nutzer gefährden

Rund jede zehnte Webseite mit Informationen zur alternativen Krebstherapie ist potenziell gefährlich für ihre Leser, denn sie rät Patienten offen von der Benutzung konventioneller Krebsmedikamente ab. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der britischen Peninsula Medical School in Exeter in einer im Fachjournal "Annals of Oncology" (Bd. 15, S. 733) veröffentlichten Studie. Eine der 32 meistgenutzten englischsprachigen Internetseiten zur alternativen Krebstherapie warnte ihre Leser gar davor, Anweisungen von Ärzten zu befolgen.

Mehr als 600 Millionen Menschen nutzten den Forschern zufolge 2002 das Internet. Bis zu 55 Prozent von ihnen suchten darin nach medizinischen Informationen. Eine Studie mit kanadischen Brustkrebspatientinnen zeigte gar, dass 90 Prozent der Frauen, die Zugang zum Internet hatten, dort auch nach Informationen über ihre Krankheit suchten. Beim Stöbern nach Gesundheitsthemen interessierte sich fast die Hälfte aller Internetnutzer für Alternative Heilmethoden. Doch die Seiten, die sie finden, sind manchmal sogar gefährlich, schreiben Katja Schmidt und Edzard Ernst. Zwischen Dezember 2002 und Januar 2003 analysierten die Forscher die meistgenutzten englischen Webseiten mit Informationen zu alternativen Heilmethoden für Krebs. Drei dieser 32 Webseiten stuften die Schmidt und Ernst als potenziell risikoreich ein. Und 22 Prozent aller unter die Lupe genommenen Internetseiten dienten vorrangig der Vermarktung, berichten die Forscher.

Neben Seiten mit gefährlichen Inhalten fanden die Forscher vor allem auch solche, die unseriös über Krebs-Heilmittel berichteten. Denn für keines der fünf meist empfohlenen Mittel auf den untersuchten Internetseiten sei die Wirkung ausreichend belegt, geben Schmidt und Ernst zu bedenken. So sei die Krebstherapie mit Haiknorpel oder Misteln noch in keiner wissenschaftlichen Studie mit Menschen bewiesen.

Gute und nützliche Informationen hingegen bieten nach Auskunft der Forscher viele der Seiten zur Krebsvorbeugung und zu alternativen Verfahren der Schmerzlinderung. Sie fordern ein Gütesiegel, das Webseiten mit Inhalten zu Krebs bewertet.

Oxford (dpa/fwt), 10/04



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