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| Die
Pädiatrie in der Kinderklinik Dritter Orden |
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Im Jahre 1984 trat Prof. Dr.
Johannes Schöber die Nachfolge des leider früh verstorbenen
Dr. Scheppe als Chefarzt der pädiatrischen Abteilung der Kinderklinik
an der Lachnerstraße an.
Die folgenden Jahre waren geprägt
durch:
- Ausbau der Neonatologie
- Einrichtung verschiedener
Subspezialitäten (Kinderkardiologie, pädiatrische Intensivpflege,
Sonographie, Neuropädiatrie, Entwicklungsneurologie, Schlaflabor)
- Aufbau einer Mutter-und-Kind-Station
(1989)
Mit
dem Ausbau der Neonatologie wurde eine enge Vernetzung mit einigen großen
geburtshilflichen Kliniken in München und Dachau aufgebaut (Frauenklinik
vom Roten Kreuz, Klinik Dr. Geisenhofer, Kreiskrankenhaus
Dachau, Krankenhaus Dritter Orden). Seit 1985 wurden mit diesen Kliniken
Kooperationsverträge abgeschlossen, welche die Betreuung der dortigen
Neugeborenen, die Beratung der Mütter und Vorsorgeuntersuchungen
durch Neonatologen der Kinderklinik zum Ziele hatten.
In der Klinik Dr. Geisenhofer
und in der Frauenklinik vom Roten Kreuz wurden inzwischen zwei kleinere
Neugeborenenintensivstationen eingerichtet, welche eine Stabilisierung
von Risikoneugeborenen vor Ort ermöglichen sollen. Personell werden
diese Intensiveinheiten im Schichtdienst von Neonatologen der Kinderklinik
Dritter Ordenversorgt.
Eine traditionell enge Zusammenarbeit besteht ebenfalls mit der Frauenklinik
Dr. Krüsmann, mit der Privatklinik Dr. Boruth, mit der Wolfartklinik
und mit der geburtshilflichen Klinik in Fürstenfeldbruck.
Zusammen mit der Frauenklinik vom Roten Kreuz gehört die Neonatologie
der Kinderklinik zum Perinatalzentrum München II.
Mit dem Ausbau der Neonatologie
ging gleichzeitig der Aufbau einer interdisziplinären Intensivstation
für alle Altersstufen, für interne und kinderchirurgische Patienten
einher. Die Station verfügt über ein fahrbares Röntgen-
und Ultraschallgerät und über modernste Beatmungsgeräte,
welche neben allen konventionellen Beatmungsformen auch NO-Inhalation
und Hochfrequenzoszillation ermöglichen.
Als weiterer Schwerpunkt hat
sich seit 1984 die Kinderkardiologie etabliert.
Zwei Kinderkardiologen (Prof. Dr. Schöber, OA Dr. Vielhaber) betreuen
eine größere Zahl herzkranker Patienten stationär. Außerdem
besuchen mehr als 1.000 Patienten pro Jahr die kinderkardiologische Ambulanz.
Für die kardiologische Diagnostik stehen ein hochauflösendes
Ultraschallgerät mit Farbdoppler, 3 EKG-Geräte, ein Langzeit-EKG,
ein Langzeit-Blutdruckmeßgerät und ein Belastungs-EKG zur Verfügung.
Auf Röntgenuntersuchungen wird wegen der Strahlenbelastung in der
Kinder-Herzdiagnostik weitgehend verzichtet.
Ein neues Kapitel begann mit
der Einrichtung der Mutter-und-Kind-Station.
Die Aufgaben der Kinderkrankenschwester
auf dieser Station haben sich gewandelt: Von der pflegenden Schwester
ist sie zur Pflegeberaterin der Mutter geworden. Es geht dabei auch um
die Still- und Ernährungsberatung für die Zeit nach der stationären
Behandlung.
Aufgrund der langjährigen
Beschäftigung mit schlafbezogenen Atemstörungen hat sich die
Kinderklinik Dritter Orden zu einem Zentrum für Kinder mit Undine-Syndrom
entwickelt.
Neben der Zwerchfellschrittmacher-Therapie wird für diese Patienten
auch die "non-invasive Maskenbeatmung" mit einem Heimrespirator
angeboten.
Mit dem Neubau der Kinderklinik
wurde nun das Idealmodell eines Perinatalzentrums geschaffen: Unter einem
Dach arbeiten Geburtshelfer, Kinderchirurgen und Pädiater mit all
ihren Subspezialitäten zum Wohle der Mütter und zur bestmöglichen
und schonenden Betreuung der kranken Neugeborenen zusammen. Ein längerer,
unter
Umständen belastender Transport des kranken Neugeborenen in die Kinderklinik
ist nicht mehr nötig, da Geburtshilfe und neonatologische Abteilung
in unmittelbarer Nähe untergebracht sind. Besonders für extrem
unreife Frühgeborene (500 - 1.000 g Geburtsgewicht) eröffnete
dies die Möglichkeit zur schonenden Primärbehandlung.
Für die Mütter von Risikoneugeborenen entfällt die schmerzliche
Trennung von ihren kranken Kindern.
Das Zusammenbleiben von Mutter und Kind nach der Geburt wirkt sich auch
auf das Stillverhalten günstig aus. Erst in neuerer Zeit hat man
wieder den Wert der Muttermilchernährung für das abwehrschwache
Früh- und Neugeborene erkannt. Das Stillen und das Füttern von
abgepumpter Muttermilch ist um so leichter möglich, wenn das kranke
Neugeborene in der Nähe der Mutter bleibt. Somit erfuhr unser Schwerpunkt
Neonatologie in quantitativer wie auch in qualitativer Hinsicht eine neue
Dimension.
Ein weiterer medizinischer
Aspekt der neuen Klinik sind die erweiterten diagnostischen Möglichkeiten.
Ich denke hier besonders an Großgeräte, deren Anschaffung aus
ökonomischen Gründen in der alten Klinik nicht möglich
war: Kernspintomographie, Computertomographie, nuklearmedizinische Untersuchungen
sind aus der modernen bildgebenden Diagnostik nicht mehr wegzudenken.
All diese Untersuchungen werden in der neuen Klinik, in enger Zusammenarbeit
mit der Röntgenabteilung, angeboten.
Hinzu kommen die diagnostischen Möglichkeiten der erweiterten pädiatrischen
Funktionsabteilung mit Sonographie, Echokardiographie, Fahrrad-
ergometrie, Lungenfunktion, EEG und Langzeit-EEG mit Videoüberwachung,
um nur einiges zu nennen.
Prof. Dr. J. G. Schöber
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